Kommentar zum Johannes-Evangelium


Autor des Bibelbuches

Das Johannes-Evangelium wurde, wie zuvor die Offenbarung, von dem Apostel Johannes am Ende des 1. Jahrhunderts wohl in Ephesus geschrieben. Die anderen drei Evangelien lagen zu diesem Zeitpunkt bereits vor und waren weit verbreitet. In diesen wird noch die Zerstörung Jerusalems und vor allem des Tempels angekündigt, zu der es tatsächlich im Jahr 70 n. Chr. auch kam. Johannes geht nicht auf dieses Ereignis ein. Offensichtlich war es einige Zeit her und abgehakt. Obwohl sich ja so die Worte Gottes und Jesu erfüllt hatten. Andererseits war der Schreiber ein Weggefährte und enger Vertrauter Jesu, jemand, „den Jesus liebte“.
Alles dreht sich um Jesus. Deshalb könnte Johannes nicht nur die Unterstützung des Heiligen Geistes, sondern die des auferstandenen Jesu selbst gehabt haben.

Die Einzelgespräche, die Jesus mit Nikodemus und der Samariterin am Brunnen führte, und auch den Dialog mit Pilatus, kann Jesus am besten wiedergeben. 
Jesus bezeichnet dann selbst Johannes als den Jünger, den er liebte. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Johannes kurz zuvor das Vorrecht erhalten hatte. die Offenbarung in Visionen zu sehen und niederschreiben zu dürfen. Es war bestimmt auch Johannes, dem Jesus unter dem Kreuz seine „Mutter“ anvertraute. (19:26, 27). Auch wenn sich der Schreiber, wie auch die anderen Evangelisten, nie selbst namentlich zu erkennen gibt. Offensichtlich, weil das Buch ein Produkt des Heiligen Geistes ist.


Sprache

Das Johannes-Evangelium ist in einem einfachen Griechisch und in einem anderen Stil als die übrigen Evangelien geschrieben worden.

Die Redenden unterscheiden sich sprachlich kaum, deshalb wirkt es etwas konstruiert. Wobei die darin geschilderten Ereignisse schon über sechzig Jahre her sind. Es ist geistig sehr tiefgehend und inspirierend, obwohl es einfache Worte sind. Diese haben aber einen gewaltigen Inhalt.

Alle reden im gleichen Stil, eine dualistische Sprache mit vielen Gegensätzen wie Leben oder Tod, Licht und Finsternis (3:19-21), Geist und Fleisch, Glaube und Unglaube, aus und in, und das wechselseitig, oben und unten, Vater und Sohn, ausgegangen, zurückgekehrt, Stunde nicht gekommen - Stunde gekommen. Wobei das bei dem Erzähler und Jesus nicht verwundert, da die beiden schon seit fast sieben Jahrzehnten eng miteinander verbunden waren.

„amen, amen“ ist eine Besonderheit im Johannesevangelium, was viele mit „wahrlich, wahrlich, ich sage euch“ übersetzen. Dadurch soll wohl die Ernsthaftigkeit, Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit dessen betont werden, was dann folgt. Vor Gericht galt etwas nur, wenn es von zwei Zeugen bestätigt wurde. Der Sprecher scheint sich selbst bestätigen zu wollen. Nur Jesus verwendet in seinen Reden diesen Ausdruck an, und das ganze 26 mal!

Wir-Stil des Erzählers: „Wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie einem einziggezeugten Sohn vom Vater gehört.“ 16 Denn wir alle haben aus seiner Fülle empfangen, ja Gnade über Gnade. . . (Johannes 1:14,16).

„Wir wissen, dass das Zeugnis, das er ablegt, wahr ist“ (21:24).

Johannes schreibt als Aufseher und Mitglied der Christenversammlung.

Die Auferweckung des Lazarus und das Gespräch mit Pilatus sind dramaturgisch und literarisch sehr bewusst und sehr klar gestaltet. Jesus redet in der Hoheit des auferstandenen Königs. Der Menschensohn sollte erhöht und verherrlicht werden.


Zweck des Bibelbuches

1.

Die Person Jesu steht im Mittelpunkt. Jesus ist der Messias, der Sohn Gottes und hier besonders ein König. Es verherrlicht den auferstandenen Bezwinger der Welt. Jesus ist nicht der „Befreier der Juden“, er ist der „Retter der Welt“. Jesus hat schon vor der Grundlegung der Welt existiert.

2.

Das Buch möchte erreichen, dass wir an Jesus als den Christus und Sohn Gottes glauben, damit wir leben werden (Joh 20:31). Sünde ist bei Johannes der Unglaube an Jesus.

3.

Das Buch ergänzt die anderen Evangelien um wichtige Wahrheiten.
Jesus wurde während seines Dienstes massiv von Engeln unterstützt (Joh 1:51).
Jesus war informiert über die Menschen, denen er begegnete (Joh 4:16-19).

4.

Das Buch stellt klar, was die drei anderen Evangelien nicht völlig beleuchteten.
Die Männer am Grab Jesus waren Engel (Mar 16:5,6; Joh 20:11-13).

5.

Das Buch korrigiert Missverständnisse.
Jesus ist nicht König der Juden, sein Königreich ist nicht von dieser Welt.
Maria ist nicht die Mutter Jesu.

6.

Das Buch rechtfertigt Gottes Vorgehensweise.
Judas war ein gewohnheitsmäßiger Dieb, der sein Ende verdiente. Manches in den Evangelien wirkt inszeniert, aber sollte den Glauben der Zeitgenossen Jesu stärken.

Zu 1 Das Johannesevangelium verherrlicht Jesus. Durch den Geist, den Jesus sendet, wird Jesus verherrlicht. „Alles, was der Vater hat, ist mein“ (16:15). Sitzt Jesus dann überhaupt noch zur Rechten Gottes (Ps 110:1,2), oder zusammen mit Gott auf dem Thron? Geht Gott sogar so weit, dass er seinem geliebten Sohn den Thron überlässt? Vielleicht um sich anderen Dingen zu widmen? Der göttliche Jesus wird als Sieger über Sünde und Tod gefeiert. Der König zieht ein in Herrlichkeit. Die Engel sind ihm unterworfen.
Zu 2 Die in dem Buch enthaltenen Wunder und Prophezeiungen sollen unseren Glauben an Jesus, den Retter der Welt, stärken. Jesus richtet sich in seinen Abschiedsreden an alle, die ihm nachfolgen wollen. Es gibt viele Wohnungen im Haus seines Vaters (14:1). Alle müssen mit Verfolgung rechnen, aber wenn sie, wie Jesus, die Welt besiegen, dann werden sie schließlich bei Jesus sein.
Zu 3

Das größte Gebot im Gesetz war Gott und seinen Nächsten zu lieben, wie sich selbst. Jetzt sind wir aufgerufen Jesus und unsere Geschwister zu lieben (Johannes 13:34,35; 15:12,13). Das größte Gebot gilt sicherlich weiterhin, aber die Einhaltung des Gesetzesbundes ist nicht mehr nötig. Offensichtlich hat Jesu die Schafe aus dem Gesetzesbund in den Neuen Bund überführt (Joh 10). Auch Heidenchristen profitieren von dem Neuen Bund. Siehe Schriftstellen - Johannes Kapitel 10:1-22.

Zu 4 Die synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) berichten von Männern am Grab. Johannes aber spricht von Engeln. profitierte.
Zu 5 In den anderen Evangelien bekennt sich Jesus vor den jüdischen Führern, der Messias und Sohn Gottes zu sein, bei Johannes bekennt sich Jesus, ein König zu sein, allerdings ist sein Königreich nicht von dieser Welt.
Jesus redet Maria immer mit „Frau“, nicht mit „Mutter“, an, wodurch er sich von ihr distanziert.
Zu 6 Judas erscheint im Johannes-Evangelium in einem ganz schlechten Licht. Er war nicht nur ein gewohnheitsmäßiger Dieb, der die gemeinsame Kasse raubte, sondern ein Teufel und Verräter. Der Teufel und Satan ist in ihn gefahren, deshalb hat er Jesus an die geistlichen Führer ausgeliefert.
Siehe auch Personen-Judas, der Verräter.
Die Auferweckung des Lazarus wirkt inszeniert, besonders weil die Beteiligten Jesus enge Freunde sind und die anderem Evangelisten nicht darüber berichten. Der Bericht stärkt trotzdem unseren Glauben an die Auferstehung.

Bei den Christen im 1.Jahrhundert und Interessierten waren Fragen aufgetaucht, die mithilfe des Johannes-Evanglium besser zu beantworten sind. Wer ist und war Jesus eigentlich? Nur ein Mensch, ein Engel oder gar Gott? Woher kam Jesus, hatte er eine vormenschliche Existenz? Wie konnte er denn Wunder wirken? Ist er auferstanden? Was macht er seitdem? Regiert er als König? Wieso gibt es weiterhin viel Ungerechtigkeit und Leid?


Erzählfolge

Johannes ändert die Erzählfolge. Die Tempelreinigung findet bei ihm schon im 2. Kapitel statt. In den anderen Evangelien erst kurz vor der Passion. Sie ist offensichtlich ein Grund, warum die geistlichen Führer Jesus umbringen wollen, ein weiter Grund ist die Auferweckung des Lazarus, die in den anderen Evangelien fehlt. Auch dass Simon einmal Petrus genannt werden wird, sagt Jesus bei Matthäus erst kurz vor der Passion Christi, bei Johannes schon bei seiner Berufung zu Beginn. Auch andere Apostel werden gleich zu Beginn berufen.


Aufbau

1. Prolog: Der Logos 1:1-18
2. Der öffentliche Dienst des Sohnes Gottes 1:19-12:50
3. Abschiedsreden Jesus 13:1-16:33
4. Gebet für seine Jünger 17:1-26
5. Passion, Tod und Auferstehung 18:1-20:31
6. Epilog:Jesus mit Johannes und Petrus am See 21:1-25

Inhalt des Bibelbuches

Neunzig Prozent des Inhalts finden sich nicht in den anderen Evangelien.

Warum finden sich der Stoff nicht schon in den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas)? Eine Antwort finden wir wohl in 16:12, 13. 12 Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus eigenem Antrieb reden, sondern was er hört, wird er reden, und er wird euch die kommenden Dinge verkünden.

Andererseits findet sich vieles von den Evangelien nicht bei Johannes. Die Gleichnisse Jesu, die Dämonenaustreibungen, die Gute Botschaft vom Gottes Königreich.
Selbst die Einsetzung des Abendmahls fehlt. Die Frage der Einhaltung der Thora spielt keine Rolle mehr. Selbst das größte Gebot im Gesetz, Gott und den Nächsten zu lieben, taucht nicht auf, schon gar nicht die Feindesliebe. Gott mit ganzem Herzen, ganzem Sinn, ganzer Kraft und ganzer Seele ist wohl überholt, da wir ebenso Jesus zu lieben haben. Unsere Liebe ist geteilt.

Alles dreht sich um Jesus Christus. Wenn Jesus spricht, dann sind das Selbstoffenbarungsreden Jesu. Er selbst ist das Thema in seinen Reden und auch in den Dialogen. Jesus Christus, der Superstar, wird von Gott verherrlicht und er wiederum verherrlicht seinen Vater.


Überblick

1:1-18

Prolog: Jesus, der Logos.

1:19-34

Die Berufung einiger Apostel.

2:1-12

Auf einer Hochzeit in Kana verwandelt Jesus Wasser in Wein.

2:13-22

Die Tempelreinigung.

3:1-21

Gespräch mit dem Vorsteher Nikodemus über die Wiedergeburt.

4:1-41

Begegnung mit der Samariterin am Brunnen.

4:46-53

Heilung des Kindes des königlichen Beamten.

5:1-18

Heilung des Gelähmten.

5:19-47

Jesus offenbart sich als der Sohn Gottes, er ist die Auferstehung und das Leben.

6

Wunderbare Brot-Vermehrung, Jesus ist das Brot des Lebens.

7

Jesus besucht Fest in Jerusalem und die Menschen sind uneins darüber, wer er ist

8:1-11

Jesu Begegnung mit der Ehebrecherin

8:12-20

Jesus ist das Licht der Welt.

8:21-36

Jesus befreit von Sünde und Tod.

8:37-59

Jesus verurteilt seine Gegner als Kinder des Teufels.

9

Jesus heilt den Blindgeborenen.

10

Jesus ist die Tür der Schafe und der vortreffliche Hirte, der den Schafen Leben gibt.

11

Jesus auferweckt Lazarus. Er ist die Auferstehung und das Leben.

12:1-8

Jesus wird von Maria mit Öl eingerieben.

12:12-18

Jesus, der designierte König, reitet auf einem Esel in Jerusalem ein.

12:23-28

Gott bekennt vom Himmel aus Jesus als seinen Sohn, der bereit ist zu sterben.

12:29-50

Jesus ist als ein Licht in die Welt gekommen, aber die Menschen hören nicht auf ihn.

13:1-17

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße.

13:18-30

Jesus wird von Judas verraten werden.

13:34,35

Jesus gibt neues Gebot der Liebe untereinander.

13:36-38

Jesus kündigt Petrus an, dass dieser ihn dreimal verleugnen wird.

14:1-14

Jesus, der Weg, die Wahrheit und das Leben.

14:15-41

Die Rolle des Heiligen Geistes.

15:1-16

Jesus, der wahre Weinstock.

15:17-27

Widerstand in der Welt vorhergesagt.

16

Jesus bereitet seine Jünger auf seinen Tod vor und die Zeit danach.

17

Jesus betet zum Vater für seine Nachfolger.

18:1-14

Jesus wird im Garten Gethsemane verhaftet.

18:15-32

Jesus wird verhört von den Oberpriestern und dem Statthalter.

18:33-38

Jesus gibt sich als König zu erkennen.

18:39-19:16

Jesus wird misshandelt und verurteilt.

19:17-37

Jesu Leiden am Kreuz und Tod.

19:38-20:10

Jesu Begräbnis und Auferstehung.

20:11-19

Jesus erscheint Maria Magdalena.

20:20-28

Jesus erscheint den Jüngern zweimal trotz verschlossener Türen.

21:1-14

Prophetischer Epilog: Jesus erscheint den Jüngern am Ufer des Sees.

21:15-23

Jesus prophezeit, was mit Johannes und Petrus geschehen wird.


Wer ist Jesus?

Im Johannesevangelium dreht sich alles um Jesus. Es ist wichtig, sich mit der Person Jesus näher zu beschäftigen, denn um die Anerkennung und den Segen Gottes zu haben, muss man an Jesus glauben (3:16), auf ihn hören (3:36), seine Gebote beachten (15:9) und ihn ehren (5:23,24). Als Belohnung werden wir frei (8:32). Aber war bzw. wer ist Jesus eigentlich und was erwartet er von uns?

Im Evangelium des Johannes, und nur in diesem, wird (1) Jesu vormenschliche Existenz betont. Jesus war nicht einfach ein guter Mensch, sondern existierte schon viele Jahre davor im Himmel. Aber trotzdem (2) wurde Jesus ein Mensch, von der Jungfrau Maria geboren und heilig, um als der vorhergesagte Menschensohn künftig die Herrschaft über die Erde zu erlangen (3:13-15). (3) Jesus ist aber auch der Sohn Gottes. Er beschreibt sein inniges Verhältnis zum Vater. Bei seiner Taufe mit Heiligem Geist anerkannte Gott ihn als seinen Sohn. (4) Bei dieser Gelegenheit wurde er auch zum Messias, denn Gott salbte ihn als den zukünftigen Retter der Welt. Im Prolog (1:1-18) wird Jesus auch als (5) das Wort Gottes beschrieben, das Fleisch wurde, unter den Menschen weilte, Gott verherrlichte und anderen die Gelegenheit eröffnete selbst Kinder Gottes zu werden. Nach seiner Auferstehung (6) wurde Jesus wieder zu einem Geistgeschöpf, der während 40 Tagen Menschengestalt annahm und den Jüngern erschien. Johannes betont auch, dass Jesus zwar ein König ist, aber nicht der König der Juden, denn (7) sein Königreich ist nicht von dieser Welt (18:36,37).


Das sagt Jesus selbst immer wieder – aber nur – im Johannes-Evangelium.

In Kapitel 6:38 sagt Jesus: „Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

In 8:23 sagt Jesus zu seinen Zuhörern: „Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“

Vater, verherrliche mich ... mit der Herrlichkeit, die ich neben dir hatte, bevor es die Welt gab“ (17:5).

3:13 13 „Überdies ist kein Mensch in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der vom Himmel herabkam, der Menschensohn, der im Himmel ist“. Das bezieht sich auf Daniel 7:13,14. Dort ist von einem „gleich einem Menschensohn“ die Rede, der zum Thron Gottes Zutritt erlangen sollte. Johannes schreibt so, als wäre es schon geschehen – Der Menschensohn ist im Himmel. Zur Zeit der Niederschrift war das auch so. Dann sind die Worte ein Einschub des Erzählers. Jesus konnte dies aber auch sagen, weil sich Gottes Wort ganz bestimmt erfüllen wird. Jesus wäre der erste Mensch, der in den Himmel auffahren würde. 

(Matthäus 3:16-4:1) 16 Als Jesus getauft war, kam er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah Gottes Geist wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen. 17 Siehe! Da kam auch eine Stimme aus den Himmeln, welche sprach: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ 4 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wildnis hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden“.


Weil es im Text heißt, die Himmel wurden geöffnet, vermuten einige. dass Jesus sich nach seiner Taufe an seine vormenschliche Existenz im Himmel erinnern konnte, zumindest teilweise, und dies erst einmal in der Wildnis verarbeiten musste.


Jesus war offensichtlich schon vor der Erschaffung der Welt bei Gott.  „Vater, ich möchte, dass alle, die du mir gegeben hast, mit mir dort sind, wo ich sein werde, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich vor der Grundlegung der Welt geliebt. (17:24).

Der Zeitpunkt der Grundlegung der (erlösbaren) Welt war, als die ersten Menschen Nachkommen zur Welt brachten. Schon davor, nach dem Sündenfall im Garten Eden, hatte Gott einen Samen der Frau angekündigt, der der Schlange den Kopf zermalmen sollte (Genesis 3:15). Gott hatte schon damals einen Retter angekündigt.

Wobei Gott Unterstützung bei der Erschaffung des Menschen hatte.

„Lasst uns Menschen machen in unserem Gleichnis“ (Genesis 1:26). Und dieses Wort erwies sich als mächtig, da es sich schließlich erfüllte, es kehrte nicht ergebnislos zu Gott zurück (Jesaja 55:10,11).

Wenn Johannes lehren wollte, dass der verherrlichte Jesus schon vor der Schöpfung bei Gott im Himmel war, hätte er auch einfach so etwas sagen können wie: „Jesus lebte im Himmel, bevor Gott die Welt schuf.“

Die Lehre von einer Existenz Jesus vor seiner Geburt gibt es in den anderen Evangelien nicht.

Die „vormenschliche Existenz“ Christi könnte sich auf die vorherige Existenz eines Retters im Plan GOTTES beziehen, der gleich nach dem Sündenfall im Garten Eden angekündigt wird. Später verhieß Gott einen Messias, der die Menschheit erlösen wird.

Schließlich erwies sich Jesus als der Retter und Messias.




Gleich zu Beginn im Prolog ist von dem Logos (das Wort) die Rede, der schon im Anfang bei Gott war.  Jesus wird auch als das Wort Gottes bezeichnet (Offenbarung 19:13).

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei [dem] Gott, und Gott [göttlich] war das Wort. 2 Dieses war im Anfang bei [dem] Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde nichts, was geworden ist.

Die Worte im Anfang erinnern an den ersten Vers der Bibel: Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.

War der vormenschliche Jesus schon bei der Schöpfung bei Gott? Hat er mit seinem Vater zusammen alles geschaffen, auch den Menschen? „Alles wurde durch das Wort“, kann auch bedeuten, dass Gott zunächst den Plan gefasst und seinen Vorsatz bekanntgemacht hat, und dann dafür gesorgt hat, dass es auch so kam. Gott sprach: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bildnis“. Und schließlich ging Gott zusammen mit anderen daran es umzusetzen, bis die Schöpfung vollendet und sehr gut war.



War Jesus hier auf der Erde ein Mensch oder doch mehr?  Etwa ein Engel oder gar Gott? Der Messias musste ein Mensch sein. Nur ein Mensch konnte und durfte sein vollkommenes Leben als Lösegeld im Austausch gegen die gefallene Menschheit geben (Matthäus 20:28).

Die Bibel bestätigt, dass Jesus sich selbst als ein entsprechendes Lösegeld gegeben hat (1. Timotheus 2:5, 6).

„Denn so, wie in Adam alle sterben, so werden in dem Christus alle lebendig gemacht werden (1. Korinther 15:22)“.

Jesus wurde von der Jungfrau Maria als Mensch geboren und lebte als solcher unter den Menschen. So kannte er die Grenzen und Nöte der Menschen. Das, was Jesus als Mensch hier auf der Erde erlebte, wurde dann Teil seiner himmlischen Persönlichkeit.
Jesus musste ein Mensch, ein Kind von Menschen, sein, denn der Menschensohn erlangt in Daniel 7:13,14 Zutritt zu Gottes Thron und erhält Herrschaft, Würde und Königtum.

Jesus selbst bezeichnete sich indirekt immer wieder als diesen Menschensohn.

Markus 8:38 „Wer sich aber meinetwegen und meiner Worte schämt in dieser ehebrecherischen und sündigen Generation, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln“.

Matthäus 26:63, 64 63 Jesus aber schwieg. Da sprach der Hohepriester zu ihm: „Bei dem lebendigen Gott stelle ich dich unter Eid, uns zu sagen, ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist!“ 64 Jesus sprach zu ihm: „Du selbst sagst es. Doch ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen“.

Jesus bekannte nicht nur der Menschensohn zu sein, sondern auch der Sohn Gottes. Was ist damit gemeint?



Jesus war der Sohn Gottes. Somit war Gott sein Vater.
Das Evangelium dient gerade diesem Zweck. Damit wir glauben, dass Jesus sowohl der Messias, als auch der Sohn Gottes ist (20:31).
Der Engel Gabriel kündigte schon vor der Geburt in Bezug auf Jesus an: “Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben (Lukas 1:32, 33).“

Jesus wird auch als einziggezeugter Sohn bezeichnet (1:14).
Jesu Zeugung wurde durch Heiligen Geist bewirkt. Und er wurde von der Jungfrau Maria geboren. Das ist einzigartig.  Da Jesus eine vormenschliche Existenz hat, war er aber schon vorher Gottes Sohn.  Bei Jesu Taufe kam der Heilige Geist auf ihn herab. Er wurde von oben geboren und somit wiederum zum Sohn Gottes. Gott bestätigte dies vom Himmel aus: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen habe“. Das ist ein Vorbild für Christen, die bei ihrer Taufe mit Heiligem Geist wiedergeboren und zu Kindern Gottes werden (1:12,13). Jesus stellte sich bei der Taufe dar, um fortan den Willen Gottes ihn betreffend zu tun, das war für ihn eine Art Wiedergeburt, eine Geburt von oben. Er wurde durch den Heiligen Geist zum Messias.

(5:19-23) 19 Daher fuhr Jesus fort, ihnen zu antworten und zu sagen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater hat Zuneigung zum Sohn und zeigt ihm alle Dinge, die er selbst tut, und er wird ihm größere Werke als diese zeigen, so daß ihr euch wundern mögt. 21 Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. 22 Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Gott bekannte bei Jesu Taufe, dass dieser sein geliebter Sohn sei (Mat 3:17); später bei der Umgestaltung (Mat 17:5). Bei Johannes spricht Gott ein drittes Mal vom Himmel (12:28).



Der Messias wird im Alten Testament angekündigt. Er sollte in Bethlehem geboren werden. Sein Ursprung sollte aber viel weiter zurückreichen (Micha 5:2). „Und du, o Bẹthlehem-Ẹphratha, das zu klein ist, um schließlich unter den Tausenden Judas zu sein, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher in Israel werden soll, dessen Ursprung aus frühen Zeiten ist, aus den Tagen unabsehbarer Zeit“.

Jesus wurde bei seiner Taufe mit Wasser und Geist zum Messias, dem Gesalbten. Jesus wurde zum Messias also nicht schon bei seiner Geburt, sondern erst durch die Taufe mit Heiligem Geist. So erfüllte sich die Prophezeiung aus Daniel Kapitel 9: „Und du solltest wissen und die Einsicht haben, dass es vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, bis [zu dem] Messịas, [dem] Führer, sieben Wochen, ferner zweiundsechzig Wochen sein werden. Sie wird wiederkehren und tatsächlich wieder gebaut werden, mit einem öffentlichen Platz und Graben, aber in der Bedrängnis der Zeiten. 26 Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messịas abgeschnitten werden mit nichts für sich selbst“ (Daniel 9:25,26). 

Gegenüber der Samariterin am Brunnen (4:7-26) bekannte Jesus ganz offen, der Messias zu sein. Das löste allerdings eine Kettenreaktionen aus, und viele Samariter kamen zum Glauben. Das war vielleicht zu früh, Jesus gebot seinen Jüngern niemanden zu sagen, dass er der Messias sei (Matthäus 16:20).

(9:22) . . .die Juden waren bereits übereingekommen, dass, wenn ihn jemand als Christus bekenne, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden solle.

Jesus bekannte sich dazu, der Christus zu sein (Matthäus 26:63).

Petrus konnte durch Heiligen Geist Jesus als den Messias identifizieren.

5.  Jesus – ist das Wort Gottes

Prolog - Johannes 1:1-18

Hier meine eigene Übersetzung:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei [dem] Gott, und Gott [göttlich] war das Wort.

2 Dieses war im Anfang bei [dem] Gott. 3 Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde nichts, was geworden ist. 4 In ihm [dem Wort] war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. 6 Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name war Johannes. 7 Dieser erlangte Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, damit alle durch ihn glauben sollten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte von dem Licht zeugen. 9 Das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 10 Es [das Licht, Wort] war in der Welt, und durch dieses wurde die Welt als solche offenbar, und die Welt erkannte es nicht. 11 Es kam zu den Seinen, und die Seinen nahmen es nicht an; 12 so viele es aber annahmen, denen gab es die Befugnis, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen [Gottes] Namen glauben, 13 die nicht aus Blut, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. 14 Und das Wort wurde Fleisch und weilte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters, voller Gnade und Wahrheit. (15 Johannes zeugt von ihm und hat es ausgerufen – „Dieser war es, von dem ich sagte- Der nach mir Kommende ist vor mich gekommen, dass er vor mir war“). 16 Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus Christus gekommen. 18 Niemand hat Gott jemals gesehen; der einziggezeugte Sohn [Gott], der am Busenplatz des Vaters ist, der hat ihn offenbart.

Ist Jesus gleichzusetzen mit dem Wort (Logos)? Oder bezieht sich der Logos auf die geäußerte Absicht Gottes? Sicherlich kommt immer zuerst der Plan und danach die Umsetzung. Ohne Gottes Vorsatz kam nichts ins Dasein.

(1. Mose 1:26, 27) Und Gott sprach weiter: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis; und sie sollen sich untertan halten die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel und die Haustiere und die ganze Erde und jedes sich regende Tier, das sich auf der Erde regt.“ Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie.
Gott wollte Menschen schaffen und hat das dann mit anderen Geistwesen umgesetzt.

Für die griechischen Philosophen und für die Verfechter einer unsterblichen Seele, war eine vormenschliche Existenz Jesu im Anfang bei Gott sicherlich reizvoller. Dann wäre der vormenschliche Jesus schon bei der Schöpfung des Menschen dabei gewesen. Es scheint auch vernünftiger zu sein, dass Gott die Verantwortung für die Erde nicht einem Menschen überträgt.



Nach seiner Auferstehung war Jesus offensichtlich wieder ein Engel. Er nahm verschiedene menschliche Körper an, deshalb erkannten seine Jünger ihn auch nicht immer sofort.

(Matthäus 3:16-4:1) 16 Als Jesus getauft war, kam er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah Gottes Geist wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen. 17 Siehe! Da kam auch eine Stimme aus den Himmeln, welche sprach: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ 4 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wildnis hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden.
Man nimmt an, dass Jesus sich nach seiner Taufe an seine vormenschliche Existenz im Himmel, zumindest teilweise, erinnern konnte, und dies erst einmal in der Wildnis verarbeiten musste.

Johannes berichtet von drei Begebenheiten an denen der auferstandene Jesus den Aposteln erschien. Zuerst erschien Jesus zweimal mit einem Leib, wie nach seiner Kreuzigung, konnte aber Räume überwinden (20:19, 26-29). Ein drittes Mal erschien er den Jüngern am See (21:12-14). Jesus war nach seiner Himmelfahrt, 40 Tage nach seiner Auferstehung, endgültig ein Geistwesen. Künftig würde er nicht mehr in Menschengestalt erscheinen. Wobei zwei Engel die Wiederkunft Jesus prophezeiten; in derselben Weise, wie sie ihn in den Himmel gehen sahen. (Apostelgeschichte 1:8-11).

Lukas berichtet in seinem Evangelium von zwei Jüngern, denen Jesus nach der Auferstehung begegnete. Er war äußerlich nicht zu erkennen, wohl aber an seinen Worten, seiner Art zu reden und am Brechen des Brotes. Auch weil er ihnen die Schriften völlig eröffnete, musste es sich um Jesus handeln  (Lukas 24:13-32).


7.  Jesus – ist ein König

Gemäß Jesu eigenen Worten ist ihm „alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben worden“ (Mat 28:18). Auch, wenn das seltsam klingen mag. Wieso sollte Gott jemandem solche Macht geben? Welche Macht bleibt da noch Gott selbst? Offensichtlich meinte Jesus, er hätte diese Macht von Gott in Bezug auf die Erde erhalten. Die Engel und die Vertreter des Königreiches sind ihm unterstellt. Wobei der allmächtige Gott sich bestimmt nicht ganz ausschließen lassen wird. Jesus sitzt zur Rechten Gottes, aber nicht auf Gottes Thron (Psalm 110:1,2; Offenbarung 5:1-6).

Jesus wird von den geistlichen Führern beschuldigt, sich als ein König auszugeben.  

33  „Da ging Pilatus wieder in den Palast des Statthalters hinein und rief Jesus und sprach zu ihm: „Bist du der König der Juden?“ 34 Jesus antwortete: „Sagst du das aus dir selbst, oder haben dir andere von mir erzählt?“ 35 Pilatus antwortete: „Ich bin doch nicht etwa ein Jude? Deine eigene Nation und die Oberpriester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?“ 36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist

mein Königreich nicht von daher.“ 37 Deshalb sagte Pilatus zu ihm: „Nun denn, bist du ein König?“ Jesus antwortete: „Du selbst sagst, daß ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ (Johannes 18:33-37).

Jesus strebt aber kein irdisches Königreich an, sondern ein himmlisches. Was viele alttestamentarische und nationalistische Juden sicherlich enttäuscht haben wird. Aber Jesus wusste, dass dieses Israel, die Stadt Jerusalem, und der Tempel, keine Zukunft hatten: Jerusalem sollte ringsum von Feinden eingeschlossen, erobert und der Tempel zerstört werden (Lukas 19:41-43, 21:20-22).

Ich bin – Worte

Die Kernaussage ist Ex 3,14, wo Gott über sich sagt: „Ich bin, der ich bin“. Andere übersetzen den Text allerdings mit: „Ich werde mich erweisen, als der ich mich erweisen werde“. Gott macht sich demnach erst noch einen Namen. Das hat er damals schon gemacht, als er die 10 Plagen über Ägypten brachte und sein Volk aus der Sklaverei befreite.

Ich bin das Brot vom Himmel 6:35

Mit ein wenig Brot (6,35.52) kommt es zu einer wunderbaren Brotvermehrung, d.h. zur Speisung von über 5000 (6,1-15). Anschließend hält Jesu die Brotrede. Gott gibt der Menschheit das Brot des Lebens, seinen Sohn, für das Leben der Welt.

(Johannes 6:33-35) 33 Denn das Brot Gottes ist Herabzukommen vom Himmel und der Welt Leben zu geben.“ 34 Deshalb sagten sie zu ihm: „Herr, gib uns dieses Brot allezeit.“ 35 Jesus sprach zu ihnen: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird überhaupt nicht hungrig werden, und wer an mich glaubt, wird überhaupt nie durstig werden. Siehe auch Wunder Jesu – Brotvermehrung.

Ich bin das Licht der Welt 8:12

Jesus offenbart den wahren Gott, die Wahrheit und gibt den Menschen eine Hoffnung. Er stellt die Sünde des Unglaubens und der fehlenden Liebe bloß. Er spendet den Menschen Licht durch das Wunder der Heilung des Blindgeborenen (Joh 9).

Ich bin die Tür 10:7,9

Jesus kam in sein eigenes Heim. Als Lamm Gottes war er befugt die Gläubigen von dem Gesetzesbund herauszuführen und in den Neuen Bund zu führen. Durch seinen Opfertod ist die Vergebung der Sünden und das ewige Leben möglich. Siehe Anhang Kapitel 10.

Ich bin der gute Hirte 10:11,14

Es genügt aber nicht nur durch diese Türen zu gehen, es ist auch wichtig dem Hirten nachzufolgen, das bedeutet auf seine Stimme zu hören und sich von ihm leiten zu lassen.

Ich bin die Auferstehung und das Leben 11:25

Durch Jesus können Menschen auferstehen, und wer aufersteht, hat die Hoffnung nie sterben zu müssen. So wie Jesus Lazarus aufwecken konnte, so kann er jeden am letzten Tag zur Auferstehung bringen, wer an ihn glaubt wird den ewigen Tod nicht sehen.

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben 14:6

Der Weg zu Gott in den Himmel führt nur über Jesus. Jesus schloss beim Abendmahl einen Bund mit seinen Nachfolgern, damit fiese im Himmel mit ihm über die Erde regieren können. Selbst wenn wir Gott nur kennenlernen wollen, dann müssen wir Jesus betrachten. „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 14:9). Jesus tat Gottes Willen mit aller Konsequenz bis zu seinem Lebensende. Er hat uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir seinen Fußstapfen genau nachfolgen (1.Petrus 2:21).

Jesus offenbart die Wahrheit über Gott, den liebenden Vater, der das Beste für seine Geschöpfe möchte. Jesus ist das Leben, weil er durch seinen Opfertod die Menschheit vom Tod erlösen und zum ewigen Leben führen kann.

Ich bin der wahre Weinstock 15:1

Jesus spricht in Kapitel 15 von sich als den wahren Weinstock, seine Jünger sind die Reben, von denen er Frucht erwartet, deshalb reinigt er sie. Damit die Rebe Frucht bringt, muss sie am Weinstock bleiben. Wir müssen in Jesus bleiben und Jesus in uns. Nur so können wir Frucht hervorbringen. Die Rebe, die keine Frucht hervorbringt wird entfernt und schließlich ins Feuer geworfen. Beim Lehren müssen wir Jesu Worte und Gebote weitergeben und dürfen diesen nicht widersprechen.

Dann hilft Jesus uns. Als Reben – Christen - müssen wir mit dem Weinstock – Jesus - verbunden bleiben. Seine Worte reinigen uns und helfen uns, entsprechende Früchte hervorzubringen. Wir sollten uns zurechtweisen und schulen lassen. Besonders, wenn wir Jünger machen wollen, muss Jesus Christus im Mittelpunkt stehen. Als Christen sind wir abhängig von Jesus. Petrus hatte zuvor gesagt: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens“ (Joh 6:68).

Jesus ist auch der Tempel

Ein Tempel ist eine Einrichtung zur Anbetung. Wenn wir uns Gott nahen wollen, dann geht es nur über Jesus Christus. Wir müssen anerkennen, dass wir nur durch ihn in einem guten Verhältnis zu Gott stehen können. Durch ihn haben wir die Vergebung unserer Sünden und nur durch ihn können wir leben.

  • Es gab einen Opferaltar. Jesus ist das Lamm, das geschlachtet werden mußte. Jesus hat sich selbst als Opfer dargebracht.
    Als Hohepriester war er dazu authorisiert.
  • Es gab Leuchter, Jesus ist das Licht der Welt.
  • Es gab den Schaubrottisch, auf dem Brote dargebracht wurden. Jesus ist das Brot des Lebens.
  • Es gab das Becken mit Wasser (Meer), wir sind durch Jesu Blut gereinigt.
  • Im Tempel gab es auch einen Räucheraltar, das dort dargebrachte Räucherwerk steht für Gebete.
    Wir müssen unsere Gebete im Namen Jesus an Gott richten.

(Johannes 2:18-21) 18 Die Juden gaben ihm daher zur Antwort: „Welches Zeichen kannst du uns zeigen, da du diese Dinge tust?“ 19 Als Antwort sagte Jesus zu ihnen: „Reißt diesen Tempel nieder, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“ 20 Deshalb sagten die Juden: „Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?“ 21 Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes.


Die Wunder Jesu

Das Johannesevangelium berichtet wenigstens von 7 Wundern Jesu, die Johannes als „Zeichen“ bezeichnet. Sie bezeugen, dass Jesus tatsächlich der Messias und Sohn Gottes war. (Johannes 20:30, 31) 30 Allerdings tat Jesus auch vor den Jüngern viele andere Zeichen, die nicht in dieser Buchrolle niedergeschrieben sind. 31 Diese aber sind niedergeschrieben worden, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr, weil ihr glaubt, durch seinen Namen Leben habt.

Wasser in Wein

(Johannes 2:1-12) Auf dem Hochzeitsfest in Kana verwandelt Jesus reichlich Wasser in köstlichen Wein. Jesus ist ein umgänglicher Mensch. Er wollte, dass sich andere ihres Lebens erfreuten. Und er hatte Mitleid mit dem Höchzeitspaar, weil ihnen der Wein ausgegangen war. Nur die Diener, die die Krüge mit Wasser gefüllt hatten, wußten zunächst von dem Wunder.

Vermehrung der Brote und Fische

(Johannes 6:5-13) Darüber berichten alle vier Evangelien. Jesus speist eine Menschenmenge von 5000 Männern plus Frauen und Kindern, mit Broten und Fischen. Der Bericht des Johannes erzählt, wie es danach weiterging. Siehe Schriftstellen Joh 6.

Jesus wandelt über das Wasser

(Johannes 6:19,20) Jesus möchte den Menschen, die von seinem Brotwunder begeistert sind, entkommen und geht nachts auf dem See Genezareth und steigt zu seinen Jüngern ins Boot.

Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten

(Johannes 4:46-53) Jesus heilt einen Kranken durch ein Wort, ohne ihn zu berühren.  Das zeigt, dass Jesus kein Wunderheiler ist. Nicht er heilt die Menschen, sondern sein Gott und Vater durch den Heiligen Geist. Wobei erst auf Jesu Initiative der Heilige Geist aktiv wird.

Heilung des Gelähmten

(Johannes 5:1-8) Jesus heilt einen Mann, der seit 38 Jahren gelähmt war. Er sagt einfach „Steh auf!" zu ihm und schon kann er umhergehen. Jesus sagt noch „Sündige nicht mehr, damit dir nicht Schlimmeres widerfahre“. Was könnte schlimmer sein, als 38 Jahre gelähmt zu sein? Und wie soll es der Mensch vermeiden zu sündigen, wenn doch alle Menschen Sünder sind und Jesus deshalb für sie sterben muss? War der Mensch deshalb krank, weil er gesündigt hatte? Die Krankheit also eine Strafe Gottes?

Heilung des Blindgeborenen

Das zweite Heilungswunder nach der Heilung des Gelähmten.
(Johannes 9:1-7) Bei der Heilung des Blindgeborenen kann kein Zusammenhang zwischen Sünde und Krankheit hergestellt werden, da der Mensch schon seit Geburt diese Behinderung hat. Jesus bestätigt dies. Der Blinde muss selbst etwas zu seiner Heilung beitragen. (Johannes 9:6, 7) 6 Nachdem er [Jesus] diese Dinge gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte mit dem Speichel einen Lehm[brei] und legte seinen Lehm[brei] auf die Augen [des Mannes] 7 und sagte zu ihm: „Geh, wasche dich im Teich von Silọam!“ (was übersetzt „Ausgesandt“ bedeutet). Und so ging er hin und wusch sich und kam sehend zurück.

Warum machte Jesus das? Vielleicht wollte er feststellen, dass dieser Mann tatsächlich blind war. Wer lässt sich sonst diesen Lehmbrei auf die Augen schmieren? Die Umstehenden konnten beobachten, wie sich der blinde Mann zum Teich aufmachte. Und mit dem Lehmbrei auf den Augen konnte er sicher nichts sehen.

So wie der Blinde, sind wir von Geburt an geistig blind und brauchen geistige Erleuchtung. Wir sollten nicht so sein wie die geistigen Führer, die meinten sie würden sehen. Es gibt immer etwas dazuzulernen.

Auferweckung des Lazarus

(Johannes 11:1-44) Jesus erweckt seinen Freund Lazarus von den Toten, und das kurz vor seinem eigenen Tod und seiner eigenen Auferweckung. Die Synoptiker berichten nicht von diesem Wunder, obwohl es so beeindruckend und wichtig ist.  Zum einen stärkt es unseren Glauben, aber auch Jesu Glauben an die eigene Auferstehung, und zum anderen bringt es die Gegner Jesu auf. Sie glauben nicht daran, sondern halten es für einen Schwindel.


Beziehung Jesus zu seinem Vater

Jesus war das Verhältnis zu seinem Vater sehr wichtig. Er hat eine innige Beziehung zu Gott, seinem Vater. Gott liebt ihn und er liebt Gott. Jesus wusste um die Unterstützung Gottes, deshalb bat er nicht jedes Mal darum. Trotzdem war er sich seiner Abhängigkeit von Gott bewusst. (11:41, 42) Nun hob Jesus seine Augen zum Himmel empor und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Zwar wusste ich, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Volksmenge, die ringsum steht, habe ich geredet, damit sie glauben könnten, dass du mich ausgesandt hast.“ Er stellte klar, dass Gott größer ist als er (14:29).

(12:27, 28) Jetzt ist meine Seele beunruhigt, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde. Doch deswegen bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen.“ Darum kam eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wieder verherrlichen.“ Jesus bat sich nicht vom Tod los, er wusste ja, dass der Zweck seines Dienstes gerade darin bestand. Ihm war es wichtig alles zu Gottes Ehre zu tun.

In 5:19-30 kommt Jesus auf sein Verhältnis zu Gott, dem Vater zu sprechen.

19 Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater hat Zuneigung zum Sohn und zeigt ihm alle Dinge, die er selbst tut. 21 Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. 22 Denn der Vater richtet überhaupt niemand, sondern er hat das gesamte Gericht dem Sohn übergeben, 23 damit alle den Sohn ehren, so wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
26 Denn so, wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gewährt, Leben in sich selbst zu haben. 27 Und er hat ihm Gewalt gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. 30 Ich suche nicht meinen eigenen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.


(17:3) Jesus Christus war der Gesandte Gottes.

Beziehungen Jesus zu Gruppen

1.    zu den Engeln

Jesus wird von Engeln unterstützt.

So manche, denen Jesus begegnete, waren wohl Engel. Sie waren auf die Begegnung mit Jesus vorbereitet und wussten, was sie zu sagen und zu tun hatten. (1:50, 51) „Er sprach ferner zu ihm [Nathanael]: ‚Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel aufgetan und die Engel Gottes zum Menschensohn auf- und niedersteigen sehen‘ “.

(Matthäus 24:1, 2). Als Jesus nun wegging und sich aus dem Tempel begab, traten jedoch seine Jünger herzu, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen. 2 In Erwiderung sprach er zu ihnen: „Seht ihr nicht alle diese Dinge? Wahrlich, ich sage euch: Keinesfalls wird hier ein Stein auf dem anderen gelassen, der nicht niedergerissen werden wird.“

Engel informierten Jesus

Jesus wusste, dass die Samariterin am Brunnen fünfmal verheiratet gewesen war und jetzt mit jemanden zusammenlebte, der nicht ihr Mann war (4). Woher hatte Jesus diese Information? Offensichtlich durch den Heiligen Geist. Dieser wird ihm auch sonst Informationen zur Verfügung gestellt haben.

(2:24-25) „Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er sie alle kannte und weil er es nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis über den Menschen ablegte, denn er selbst erkannte, was im Menschen war“.

Wann aber waren es Menschen, denen Jesus begegnete und wann waren es Engel? Die Frage lässt sich kaum beantworten, da sie sich äußerlich nicht unterscheiden:

Engel waren am Grab Jesu und verkündeten seine Auferstehung.

(20:11-13) 11 Maria aber blieb draußen in der Nähe der Gedächtnisgruft stehen und weinte. Dann, während sie weinte, bückte sie sich nach vorn, um in die Gedächtnisgruft hineinzublicken, 12 und sie sah zwei Engel in Weiß dasitzen, einen beim Kopf und einen bei den Füßen [der Stelle], wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und sie sagten zu ihr: „Frau, warum weinst du?“

(Markus 16:5, 6) 5 Als sie [die Marias] in die Gedächtnisgruft eintraten, sahen sie einen jungen Mann, mit einem weißen langen Gewand bekleidet, auf der rechten Seite sitzen, und sie waren bestürzt. 6 Er sprach zu ihnen: „Seid nicht so bestürzt. Ihr sucht Jesus, den Nazarẹner, der gekreuzigt wurde. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier.

Die Engel sahen aus wie Männer.

Der auferstandene Jesus steht über den Engeln. Gott möchte offensichtlich, dass die Engel die Autorität Jesu anerkennen. Vieles können wir nicht völlig verstehen, weil Gott eben auch Engel hat, die zu seiner Familie gehören, und um die er sich auch kümmern muss.

Jesus weist in Kapitel 1:51 auf die Unterstützung der Engel hin. „Er [Jesus] sprach ferner zu ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel aufgetan und die Engel Gottes zum Menschensohn auf- und niedersteigen sehen.“

Interessant sind die Begegnungen Jesu mit den Dämonen, die im Johannes-Evangelium überhaupt nicht erwähnt werden. Zur Zeit der Sintflut trieben mächtige, ungehorsame Engel ihr Unwesen auf der Erde. Sie konnten dann zwar in den Himmel zurückkehren, aber sich nicht mehr auf der Erde herumtreiben (2. Petrus 2:4). Aber zur Zeit Jesus bedrängten sie die Menschen, indem sie Besitz von ihnen nahmen.  Aber Jesus zeigte, dass er Gewalt über sie hatte.

2.    zu seinen Jüngern

Jesus lehrte seine Jünger vieles über den Vater, das Königreich und schulte sie für den Auftrag, das Evangelium trotz Widerstand zu verkünden. Er ertrug ihr Unverständnis und ihre Schwächen und korrigierte sie geduldig und liebevoll. Jesus wollte, dass seine Jünger eine Beziehung zum Vater pflegten, um schließlich zu Gott in den Himmel zu gelangen und dort für immer zu dienen.

(13:1) „Jetzt, vor dem Passahfest, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt hinaus zum Vater zu gehen, liebte er die Seinen, die in der Welt waren und die er geliebt hatte, bis ans Ende.“ Er wusch ihnen beim letzten Abendmahl die Füße. Vielleicht ließ er sich dabei von Maria inspirieren, die ihm einige Tage zuvor mit dem kostbaren Öl die Füße eingerieben und mit ihrem Haar abgetrocknet hatte.

Siehe Maria, die Schwester des Lazarus.

Jesus hatte enge Vertraute. Dazu zählen die Apostel Jakobus, Johannes und Petrus.

3.    zum Volk

Jesus tat unter dem Volk sehr viel Gutes: Er heilte und speiste Menschen und brachte ihnen Gott und die Wahrheit näher, lehrte sie viele nützliche Dinge auf beeindruckende Weise mit Gleichnissen und Veranschaulichungen. Viele kamen durch ihn zum Glauben und kehrten von ihrem schlechten Weg um. Er stellte mutig die Irrlehren (Sauerteig) der religiösen Führer bloß.

4.    zu seinen Gegnern

Jesus wurde zwar in Bethlehem geboren, aber er wuchs in Nazareth in Galiläa auf. Nach Jerusalem ging die Familie wohl nur zu den vorgeschriebenen Festen. Jesus legte sich immer mehr mit den geistigen Führern der Juden an. Er wusste ja, dass diese ihn schließlich töten mussten und wohl deshalb beschimpfte, beleidigte und verurteilte er sie im Laufe seines Dienstes immer mehr.

(8:37-47) 37 Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid; ihr aber sucht mich zu töten, weil mein Wort keine Fortschritte unter euch macht. 38 Was ich bei meinem Vater gesehen habe, das rede ich; und daher tut ihr die Dinge, die ihr von [eurem] Vater gehört habt.“ 39 Als Antwort sagten sie zu ihm: „Unser Vater ist Abraham.“ Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr Abrahams Kinder seid, so tut die Werke Abrahams. 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eures Vaters.“ Sie sagten zu ihm: „Wir sind nicht durch Hurerei geboren worden; wir haben einen Vater, Gott.“ 42 Jesus sprach zu ihnen: „Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und bin hier. Auch bin ich ja nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern jener hat mich ausgesandt. 43 Wie kommt es, dass ihr nicht versteht, was ich rede? Weil ihr nicht auf mein Wort hören könnt. 44 Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der [Lüge]. 45 Weil ich dagegen die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wie kommt es, dass ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? 47 Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.“

Offensichtlich wollte Jesus seine Gegner immer mehr provozieren, damit sie ihn schließlich umbringen würden. Andernfalls wären sie wohl kaum dazu bereit gewesen. So konnte Jesus auch auf einige Gefahren hinweisen, die mit einer Vorstehertätigkeit verbunden sind: Stolz, Geldliebe, Egoismus, Untreue, Hartherzigkeit.
Außerdem gilt es zu bedenken, dass das jüdische religiöse System dem Untergang geweiht war, 70 n. Chr. würde der Tempel zerstört werden und die jüdische Geistlichkeit würde es nicht mehr geben. Jeder, der dann noch ein Teil davon war, würde mit untergehen.

5.    zu Frauen

Er interessierte sich für Frauen und trat für sie ein. Am Jakobsbrunnen sprach er mit einer Samariterin, was für Juden damals wohl sehr ungewöhnlich war. „Die Juden verkehren nämlich nicht mit Samaritern“ (4:9). Das zeigt, dass er offen war für Menschen anderer Abstammung.  Er offenbarte der Frau am Brunnen, dass er der Messias sei. Und sie brachte durch ihr Zeugnis viele Landsleute zum Glauben.

Die Ehebrecherin verurteilte er nicht, sondern befreite sie aus ihrer Lage (Joh 8). In manchen Abschriften ist der Vorfall mit der Ehebrecherin nicht enthalten. Vielleicht deshalb, weil sonst dem Ehebruch Vorschub geleistet wird. Jesus hat der Ehebrecherin vergeben, da müssen andere das auch tun, wenn sie behaupten Christen zu sein. Jesus hat ihr aber nicht vergeben. Er hat sie nur „nicht verurteilt“.

Maria Magdalena erschien er als Erster nach seiner Auferstehung an der Gedächtnisgruft und sie verkündigte diese Gute Botschaft den Jüngern. So ehrte er sie. (20:15-18 Jesus sprach zu ihr: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“. Da sie meinte, es sei der Gärtner, sagte sie zu ihm: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wohin du ihn gelegt hast, und ich will ihn wegnehmen.“ 16 Jesus sagte zu ihr: „Maria!“ Sich umwendend, sagte sie auf Hebräisch zu ihm: „Rabbuni!“  (was „Lehrer!“ bedeutet). 17 Jesus sprach zu ihr: „Hör auf, dich an mich zu klammern. Denn ich bin noch nicht zum Vater aufgefahren. Geh jedoch zu meinen Brüdern hin und sag ihnen: ‚Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott.‘ “ 18 Maria Magdalene kam und brachte den Jüngern die Botschaft: „Ich habe den Herrn gesehen!“ und dass er diese Dinge zu ihr gesprochen habe.

6.    zu den Juden

Die Juden

Im Johannes-Evangelium kommt der Begriff „die Juden“ 76 mal vor. Bei den Synoptikern nur jeweils 6 mal. Es fällt auf, dass häufig nicht differenziert wird, es wird immer wieder von „den Juden“ gesprochen. Und im ersten Teil meistens in einem schlechten Zusammenhang. Offensichtlich ging es darum, sich von dem Judentum zu distanzieren. Die Stadt Jerusalem und vor allem der Tempel waren zerstört worden.

König der Juden

Aber war Jesus nicht der König der Juden? Nein. Jesus ist ein König, aber sein Königreich ist nicht von dieser Welt. Darauf legt das Johannes-Evangelium Wert.

(18:33-37) 33 „Da ging Pilạtus wieder in den Palast des Statthalters hinein und rief Jesus und sprach zu ihm: „Bist du der König der Juden?“ 34 Jesus antwortete: „Sagst du das aus dir selbst, oder haben dir andere von mir erzählt?“ 35 Pilạtus antwortete: „Ich bin doch nicht etwa ein Jude? Deine eigene Nation und die Oberpriester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?“ 36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königreich nicht von daher.“ 37 Deshalb sagte Pilạtus zu ihm: „Nun denn, bist du ein König?“ Jesus antwortete: „Du selbst sagst, dass ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

In (Matthäus 27:11 Lukas 23:3) antwortet Jesus auf die Frage, ob er der König der Juden sei: „Du sagst es.“ Ohne des Berichtes von Johannes, könnte man meinen, Jesus habe sich dazu bekannt der „König der Juden“ zu sein.
Aber was bedeutet das eigentlich „Du sagst es“?

Das kann als Bestätigung, als Frage, oder als Behauptung verstanden werden.
Als Bestätigung: „Du selbst sagst es.“
Als Frage: „Sagst du das selbst?“
Als Behauptung: „Das sagst du!“

7.    zu den Heiden

Jesus war zu de Kindern Israels gesandt. Er wies seine Jünger an, zunächst nur den Kindern Israels zu predigen.

Samariterin am Brunnen, Römischer Offizier,

Phönizerin.


Einzelpersonen

Maria, seine Mutter

Jesu Mutter war in Wirklichkeit wohl nur seine Leihmutter. Er redet sie deshalb stets mit „Frau“ an.

Sowohl in (2:3) „Aber Jesus sagte zu ihr: „Was ist mir und dir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“  Als auch in (19:26-27). Als nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dabeistehen sah, sagte er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“. Darauf sprach er zu dem Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie in sein eigenes Heim.
Die Befruchtung fand außerhalb des Leibes der Maria statt und die befruchtete Eizelle wurde in ihren Leib eingepflanzt. Jesus ist nicht mit Maria verwandt und wohl nicht mal ein Jude, da auch Joseph nicht sein Vater ist. Nur auf dem Papier war Joseph der Vater Jesu (Luk 3:23). Das gleiche gilt für Maria.

Judas, der Verräter

Judas wird im Johannes-Evangelium schlecht gemacht. So wird das harte Urteil, das Jesus über ihn aussprach, gerechtfertigt. Wird Judas schlechtgemacht, damit Jesus besser dasteht? Jesus hatte Judas hart verurteilt, es wäre besser für den Verräter, wenn er nie geboren worden wäre, und Judas hat sich anschließend offensichtlich erhängt. Wobei es an anderer Stelle heißt, er wäre zu Tode gestürzt. Nun, auf jeden Fall wird das harte Urteil durch den Bericht des Johannes nachvollziehbar, wobei aber auch festzustellen ist, dass Judas bewusst schlechter gemacht wird, als in den anderen Evangelien über ihn berichtet wird. Auf jeden Fall sollten wir nicht vorschnell urteilen. Wir kennen nie alle Fakten und Hintergründe.

Nur Johannes berichtet, dass Judas ein gewohnheitsmäßiger Dieb war. Er allein ist es hier, der Anstoß daran nahm, dass Jesus mit dem teuren Öl eingerieben wurde (12:4-6).

Jesus wusste von Anfang an, dass Judas nicht glaubte, und dass dieser ihn schließlich verraten würde (6:69-71). „Jesus antwortete ihnen: „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt? Einer von euch jedoch ist ein Teufel.“ Er redete aber von Judas, [dem Sohn] des Sịmon Iskạriot; denn dieser stand im Begriff, ihn zu verraten, obwohl er einer von den Zwölfen war.

Johannes erwähnt nicht, dass Judas, der ihn ausliefern sollte, ihn mit einem Kuss verriet. Stattdessen schreibt er, dass Jesus sich mutig selbst zu erkennen gibt.

(Johannes 18:3-6). 3 Daher holte Judas die Abteilung Soldaten und Beamte von den Oberpriestern und von den Pharisäern und kam mit Fackeln und Lampen und Waffen dorthin. 4 Jesus nun, der alles wusste, was über ihn kam, trat vor und sprach zu ihnen: „Wen sucht ihr?“ 5 Sie antworteten ihm: „Jesus, den Nazarener.“ Er sagte zu ihnen: „Ich bin es.“ Nun stand auch Judas, sein Verräter, bei ihnen. 6 Als er jedoch zu ihnen sagte: „Ich bin es“, wichen sie zurück und fielen zu Boden.

Johannes erwähnt auch nicht, dass Judas die 30 Silberlinge zurückgab, weil er Gewissensbisse hatte.

(Matthäus 27:3-5) Als dann Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt worden war, hatte er Gewissensbisse und brachte die dreißig Silberstücke den Oberpriestern und älteren Männern zurück 4 und sagte: „Ich habe gesündigt, als ich gerechtes Blut verriet.“ Sie sprachen: „Was geht das uns an? Das ist deine Sache!“ 5 Da warf er die Silberstücke in den Tempel und zog sich zurück und ging hin und erhängte sich.

Der Teufel gibt es Judas ein, Jesus zu verraten, der Satan fährt in Judas (Joh 13:2,27).

Jesus wendet eine Prophezeiung auf Judas in 13:18 an: „Doch ist es, damit sich das Schriftwort erfülle: ‚Der sich stets von meinem Brot ernährte, hat seine Ferse gegen mich erhoben.“ Aber: Jesus hat Judas selbst unter Gebet als einen der 12 Apostel ausgewählt. Judas war beim letzten Abendmahl anwesend und verriet Jesus noch am gleichen Abend mit einem Kuss. So trug Judas dazu bei, dass sich Gottes Heilsplan erfüllte.

(Matthäus 26:14-16) 14 Hierauf ging einer von den Zwölfen, der Judas Iskạriot hieß, zu den Oberpriestern 15 und sagte: „Was wollt ihr mir geben, dass ich ihn an euch verrate?“ Sie setzten ihm dreißig Silberstücke fest. 16 Von da an suchte er fortwährend nach einer guten Gelegenheit, ihn zu verraten.

Judas sollte wohl den Oberpriestern mitteilen, wo Jesus sich aufhielt, damit sie ihn heimlich verhaften könnten. (Matthäus 26:20-25) 20 Als es nun Abend geworden war, lag er mit den zwölf Jüngern zu Tisch. 21 Während sie aßen, sprach er: „Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.“ 22 Tief betrübt darüber, fing jeder einzelne von ihnen an, zu ihm zu sagen: „Herr, ich bin es doch nicht etwa?“ 23 Er erwiderte und sprach: „Der seine Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Allerdings geht der Menschensohn weg, so wie über ihn geschrieben steht, wehe aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre besser für ihn, wenn dieser Mensch nicht geboren worden wäre.“ 25 Judas, der im Begriff stand, ihn zu verraten, gab ihm zur Antwort: „Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi?“ Er sprach zu ihm: „Du selbst hast [es] gesagt.“
Offensichtlich rechneten die Jünger damit, dass sie es sein könnten, die Jesus verraten würden. Wieso? Offensichtlich könnte der Geist sie dazu bringen, dies zu tun. Waren denn seine Jünger vom Geist geleitet? Es ist seltsam, dass die Jünger Jesu, am Tag seines Todes, darüber streiten, wer von ihnen der Größte ist. Das gibt aber Jesus die Gelegenheit, sie zu korrigieren. Er wäscht ihnen sogar die Füße, offensichtlich sogar Judas. Später reicht er ihm den Bissen aus der Schüssel (13:26). „Daher antwortete Jesus: ‚Der ist es, dem ich den Bissen geben werde, den ich eintauche.‘ Nachdem er also den Bissen eingetaucht hatte, nahm er ihn und gab ihn Judas, dem Sohn des Sịmon Iskạriot.“

Bei der Festnahme bezeichnet Jesus dann nach Matthäus Judas noch als Freund. Wahrscheinlich als Reaktion auf Judas Begrüßung „Guten Tag, Rabbi!“ (Matthäus 26:48-50) 48 Nun hatte ihnen sein Verräter ein Zeichen gegeben, indem er sprach: „Wen immer ich küsse, der ist es; nehmt ihn in Gewahrsam.“ 49 Und geradewegs auf Jesus zugehend, sagte er: „Guten Tag, Rabbi!“ und küsste ihn sehr zärtlich. 50 Jesus aber sprach zu ihm: „Freund, zu welchem Zweck bist du hier?“ Dann traten sie herzu und legten Hand an Jesus und nahmen ihn in Gewahrsam.

Ist das Feindesliebe und Großmütigkeit? Und nicht eher Vergeltung? Wir müssen aufpassen, dass wir nicht selbst zum Verräter werden, und Jesus, unserem Herrn, schlechte Dinge unterstellen. Dennoch fällt auf, das Judas hier schlecht gemacht wird, und man fragt sich schon, ob das sein musste. Bileam ist auch schlecht gemacht worden, obwohl er vielleicht einfach nur den Willen Gottes getan hat. Judas hat zumindest insofern den Willen Gottes getan, weil jemand ja Jesus verraten werden musste und an die geistlichen Führer im Garten ausliefern. Für Jesus bestand Gottes Wille darin zu sterben, für Judas darin, Jesus zu verraten. Ist er deshalb böse? Und was ist mit denen, die bei dem Prozess den Tod Jesu gefordert und geschrien haben: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ (Matthäus 27:25). Bestimmt kommt es auf die Beweggründe an. Warum jemand etwas Bestimmtes tut. Sonst könnten wir die heiligen Diener Gottes verurteilen, ohne es zu bemerken. Jesus ist vor seiner Passion noch mal von den geistlichen Führern versucht oder vielleicht eher ermahnt worden? (Matthäus 22:15, 16) 15 Dann gingen die Pharisäer hin und hielten miteinander Rat, um ihn in seiner Rede zu fangen. 16 So sandten sie ihre Jünger zusammen mit Parteianhängern des Herodes zu ihm, welche sagten: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und du kümmerst dich um niemand, denn du schaust nicht auf die äußere Erscheinung der Menschen. Wir sollten uns nicht von dem äußeren Schein blenden lassen.


Petrus, der Fels

Petrus nimmt eine untergeordnete Rolle ein. Er war auch schon länger tot. Der Bericht erklärt, wie es kommen konnte, dass Petrus Jesus dreimal verleugnete. Zuerst ging es darum, in den Hof des Hohepriesters zu kommen. Petrus wollte unbedingt bei seinem Herrn sein. Deshalb meinte er, die Türhüterin anlügen zu müssen, um reinkommen zu können.
(18:15-17) 15 Sịmon Petrus nun und noch ein anderer Jünger folgten Jesus. Dieser Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und er ging mit Jesus in den Hof des Hohenpriesters hinein, 16 Petrus aber stand draußen an der Tür. Daher ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrus herein. 17 Da sagte das Dienstmädchen, die Türhüterin, zu Petrus: „Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen?“ Er sagte: „Ich bin [es] nicht.“

Schließlich bestand die Gefahr, als derjenige verhaftet zu werden, der dem Sklaven des Hohepriesters das rechte Ohr abgehauen hat. Johannes erwähnt nämlich nicht, dass Jesus das Ohr des Sklaven wiederherstellte. Menschenfurcht war eine Schwäche des Petrus.
Wobei Jesus ihm am Ende in einem Nachtrag noch ankündigte, wie Petrus sterben sollte: (21:18, 19) 18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, pflegtest du dich selbst zu gürten und umherzugehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich hintragen, wohin du nicht wünschst.“ 19 Das sagte er, um anzuzeigen, durch was für eine Todesart er Gott verherrlichen würde. Als er dies nun gesagt hatte, sprach er zu ihm: „Folge mir nach.“

Petrus würde im Alter wohl pflegebedürftig sein oder weggesperrt werden. Er würde dann vieles nicht mehr tun können: Einfach mal ins Wasser springen und zu Jesus schwimmen. Vielleicht haben sich manche der ersten Christen gefragt, warum Jesus zulässt, dass Petrus einen solchen Tod sterben musste. Er würde auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Zumindest würde er so Demut und Geduld entwickeln können. Die Worte Jesu waren für Petrus in dieser Stunde bestimmt kein Trost, aber wohl Teil des göttlichen Plans.


Maria, die Schwester des Lazarus

(12:1-3) So kam dann Jesus sechs Tage vor dem Passah in Bethanien an, wo sich Lazarus befand, den Jesus von den Toten auferweckt hatte. 2 Daher veranstalteten sie dort ein Abendessen für ihn, und Martha bediente, Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen. 3 Maria nahm daher ein Pfund echtes, sehr kostbares, wohlriechendes Nardenöl, und sie rieb Jesus die Füße [damit] ein und trocknete seine Füße mit ihrem Haar ab. . .

Allerdings wird schon im Kapitel zuvor geschrieben, dass Maria den Herrn mit dem Öl eingerieben hatte, obwohl das damals noch in der Zukunft lag.

(11:1, 2) Nun war ein gewisser Mann krank, Lazarus von Bethạnien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. 2 Es war nämlich die Maria, die den Herrn mit wohlriechendem Öl eingerieben und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hatte, deren Bruder Lazarus krank war. Wieso erwähnt der Bibelschreiber das hier, wenn es doch erst im nächsten Kapitel passieren wird?

Oder spielte der Schreiber auf Lukas 7:36-38 an? 36 Nun bat ihn [Jesus] einer von den Pharisäern immer wieder, doch mit ihm zu speisen. Deshalb ging er in das Haus des Pharisäers und lag zu Tisch. 37 Und siehe, eine Frau, die in der Stadt als eine Sünderin bekannt war, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei einem Mahl liege und sie brachte ein Alabastergefäß mit wohlriechendem Öl, 38 und sie stellte sich hinten zu seinen Füßen hin, weinte und fing an, seine Füße mit ihren Tränen zu benetzen, und sie trocknete sie mit dem Haar ihres Hauptes ab. Auch küsste sie seine Füße zärtlich und rieb sie mit dem wohlriechenden Öl ein.

Übernahm Maria dabei die Rolle der Sünderin? Hier verwendet die Frau nämlich ebenfalls Öl und trocknet die Füße Jesu mit ihrem Haar ab. Und bloß, weil die Frau als Sünderin verschrien war, muss sie das ja nicht gewesen sein. Es wirkt eher inszeniert. Zu beachten ist auch, dass Jesus nur widerwillig die Einladung annahm. Wobei man vorsichtig sein muss. Wenn das inszeniert war, war dann auch die Auferweckung des Lazarus inszeniert?

Gut, dass Johannes die Heilung des Gelähmten und Blindgeborenen berichtet. Beide waren seit vielen Jahren krank und das war allgemein bekannt. So können wir glauben, dass diese und andere Wunder tatsächlich geschehen sind.


Themen


Sind die geschilderten Ereignisse im Johannesevangelium tatsächlich genau so geschehen? Haben die Beteiligten genau so geredet?  Jesus selbst hat durch seine Gleichnisse Wahrheiten vermittelt. Dasselbe kann durch Inszenierungen erreicht werden. Ein Zweck des Johannes-Evangeliums ist wohl die Vergangenheit mit der Gegenwart in Verbindung zu bringen. Jesu Wirken und Aussagen können im Rückblick aus himmlischer Sicht richtig eingeordnet werden. Johannes transformiert die Wahrheit in eine neue Kultur und Zeit. Es geht um die Wirklichkeit. Jesus ist wirklich der Sohn Gottes, die Wunder Jesu dienen als Zeichen. Jesus ist wirklich ein König.

Jesus sagte seinen Jüngern, er hätte ihnen noch vieles zu sagen, aber sie vermochten es nicht zu tragen (Johannes 16:12). Das Johannesevangelium hätte die Leser früher einfach überfordert.

Heiliger Geist


Es gibt den Parakleten, den Heiligen Geist. Das altgriechische Wort παρακαλεῖν paraklet bedeutet „herbeirufen“, „einladen“.

Er fungiert als Ersatz. Jesus ist weg, der Geist ist da. (16:7) „Denn, wenn ich nicht weggehe, wird der Helfer keinesfalls zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden.“

Es meint den (Rechts-)Beistand, der die Jünger Jesu an alles erinnern und sie alles lehren wird. (14:26) „Der Helfer aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe.“

Der Heilige Geist würde auch in die Wahrheit leiten, die Zukunft verkünden und Jesus verherrlichen.  (16:13-14) 13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus eigenem Antrieb reden, sondern was er hört, wird er reden, und er wird euch die kommenden Dinge verkünden. Jener wird mich verherrlichen, denn er wird von dem Meinigen empfangen und wird es euch verkünden.

Interessant, dass es hier über den Geist der Wahrheit heißt, „was er hört, wird er reden.“.

Jesus kündigt auch den Geist der Wahrheit an. (14:15-17) 15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten; 16 und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er für immer bei euch sei: 17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann.

(15:26) 26 „Wenn der Helfer gekommen ist, den ich euch vom Vater her senden will, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, wird dieser Zeugnis von mir ablegen“.


Bemerkenswert ist auch, dass Jesus seinen Jüngern Heiligen Geist einhaucht. Durch den Geist erlangen sie die Autorität Sünden zu vergeben. (20:23) „Wenn ihr irgendwelchen Personen die Sünden vergebt, so sind sie ihnen vergeben; wenn ihr die von irgendwelchen Personen behaltet, so sind sie behalten.“ Voraussetzung ist natürlich, dass sie sich dabei von Gottes Geist leiten lassen, spätere christliche Aufseher beanspruchten das immer wieder zu Unrecht für sich.

Wobei es auch unreine Geister, Dämonen gibt, auf die Johannes aber nicht eingeht. Manche Dämonenaustreibungen waren auch seltsam. Die Dämonen schrien: „Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn des Höchsten, warum quälst du uns vor der bestimmten Zeit?“ (Matthäus 8:29). Demnach waren diese Engel nicht nur böse, sondern auch dumm, weil sie Zeugnis für Jesus ablegten. Oder waren sie in Wirklichkeit Engel mit dem Auftrag, einen Dämon zu spielen? Sicherlich mögen Dämonen das Leben der Menschen erschwert haben und Jesus gab ihnen zu verstehen, was sie erwartet, wenn sie nicht umkehren. Aber wenn das inszeniert war, was war denn sonst noch alles inszeniert? Was waren tatsächlich ungeplante Begegnungen zwischen Menschen und Jesus?

Leben

Leben ist ein zentraler Begriff im Johannes-Evangelium. 5:24 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben, und er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod zum Leben hinübergegangen.

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe“ (3:16).

Auferstehung

Eng mit dem Leben ist die Auferstehung verbunden. Schließlich sterben die Menschen bis jetzt immer noch. Ohne Auferstehung kein Leben.

„Und der Wille dessen, der mich gesandt hat, ist, dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, niemand verloren gehen lasse, sondern dass ich sie an jenem letzten Tag vom Tod auferwecke. Ja, es ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat; und an jenem letzten Tag werde ich ihn auferwecken“ (6:39,40).



Sind Welches Verhältnis sollten Christen zur Welt haben?



Johannes betont die Vorhersehung bzw. Vorherbestimmung Gottes.
Simon wird schon bei seiner Berufung gesagt, er würde einmal Kephas genannt werden.

(Johannes 1:41-42) Dieser fand zuerst seinen eigenen Bruder, Simon, und sagte zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden“ (was übersetzt Christus bedeutet). 42 Er führte ihn zu Jesus. Jesus schaute ihn an und sprach: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du wirst Kephas genannt werden“ (was übersetzt Petrus ist).

Jesus wusste von Anfang an, wer ihn verraten würde, nämlich Judas. (6:70, 71) 70 Jesus antwortete ihnen: „Habe ich nicht euch Zwölf auserwählt? Einer von euch jedoch ist ein Teufel [Verleumder].“ 71 Er redete aber von Judas, [dem Sohn] des Simon Iskariot; denn dieser stand im Begriff, ihn zu verraten, obwohl er einer von den Zwölfen war.

Jesus prophezeite Petrus, wie er leiden und sterben würde.

(21:18, 19) „Als du jünger warst, pflegtest du dich selbst zu gürten und umherzugehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich hintragen, wohin du nicht wünschst.“ 19 Das sagte er, um anzuzeigen, durch was für eine Todesart er Gott verherrlichen würde.

Johannes würde lange leben. (21:21-23) “ 22 Jesus sprach zu ihm: „Wenn es mein Wille ist, dass er bleibe, bis ich komme, was geht das dich an? Folge du mir nach.“ 23 Deshalb ging dieses Wort unter die Brüder aus, dass jener Jünger nicht sterben werde. Jesus sagte indes nicht zu ihm, dass er nicht sterben werde, sondern: „Wenn es mein Wille ist, dass er bleibe, bis ich komme, was geht das dich an?“

Bedeuten diese Prophezeiungen, dass unser Leben vorherbestimmt ist? Oder gar, dass Gott die Zukunft kennt?

Gemäß der Bibel bestimmt Gott bestimmte Entwicklungen und Personen, um seinen Vorsatz zu verwirklichen. Er befähigt auch Menschen dazu, die notwendigen Voraussetzungen zu erfüllen, um ihm heiligen Dienst darbringen zu können. Er tut das aber offensichtlich nicht mit allen Menschen. Und bei Ereignissen dann, wenn es mit der Verwirklichung seines Vorsatzes zu tun hat, Gott berücksichtigt den freien Willen des Menschen.


Auch wenn das hier anders klingen mag: (12:37-40) 37 Obwohl er [Jesus] indes so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn, 38 damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt werde, das besagte: „Jehova, wer hat an das geglaubt, was wir gehört haben? Und der Arm Jehovas, wem ist er geoffenbart worden?“ 39 Der Grund, weshalb sie nicht glauben konnten, ist, da Jesaja wiederum sagte: 40 „Er hat ihre Augen blind gemacht und ihr Herz verhärtet, damit sie mit den Augen nicht sehen und mit dem Herzen den Gedanken erfassen und umkehren und ich sie heilen werde.“

Nicht Gott verhärtet die Herzen der Menschen, sondern sie selbst verhärten ihr Herz, indem sie immer wieder die Botschaft ablehnen, werden sie immer fester in ihrer Haltung und Ablehnung. Das geht aus Jesaja 6:9 hervor.

Letztendlich entscheiden nicht wir über den Glauben, sondern Gott. Auch über den Unglauben. (6:45) „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn.“ Wobei es auch am Menschen liegt, der aufgerufen ist, zu suchen, zu bitten und anzuklopfen (Matthäus 7:7).


Schriftstellen

Johannes 6:14-69

Seine Jünger rudern am nach der Brotspeißung am Abend ohne Jesus ab. Jesus schreitet über das Meer auf sie zu und steigt in das Boot ein. Aber so wird er die Volksmenge nicht los. Die findet ihn am nächsten Tag am anderen Ufer und möchte ihn zum König machen (6:15). Jesus provoziert jetzt die Menschenmassen, wohl weil er nicht möchte, dass ihm ständig so viele Leute folgen. Er unterstellt ihnen, dass sie nur gekommen sind, weil sie von den Broten gegessen haben und satt geworden sind: (6:25-27) 25 Als sie ihn dann auf der anderen Seite des Meeres fanden, sagten sie zu ihm: „Rabbi, wann bist du hierhergekommen?“ 26 Jesus antwortete ihnen und sprach: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. 27 Wirkt nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt, die der Menschensohn euch geben wird; denn diesen hat der Vater, ja Gott, mit seinem Siegel versehen.“

Jesus provoziert dann weiter, indem er sich als das Brot vom Himmel bezeichnet.

(6:48-51) 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Vorväter aßen das Manna in der Wildnis und starben trotzdem. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, dass wer davon esse, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er immerdar leben; und in der Tat, das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch zugunsten des Lebens der Welt.“

Jesus treibt es dann auf die Spitze: (6:53-55) 53 Deshalb sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. 54 Wer sich von meinem Fleisch nährt, und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen; 55 denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.

Seine Rede verfehlte ihren Zweck nicht.

(6:66-69) 66 Deswegen wandten sich viele seiner Jünger ab, den hinter ihnen [liegenden] Dingen zu, und gingen nicht mehr mit ihm. 67 Daher sagte Jesus zu den Zwölfen: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“
Simon Petrus antwortete ihm: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“

Wenn wir erkannt haben, dass Jesus der einzige Weg zum ewigen Leben ist, dann sollten wir für den leben, der für uns gestorben ist (2. Korinther 5:15).

Wir mögen bestimmte Dinge nicht verstehen und sogar Anstoß daran nehmen, aber später können wir das Gesagte dann doch einordnen, wenn wir dranbleiben. Was meinte Jesus damit, wir müssten sein Fleisch essen und sein Blut trinken? Jesus würde seinen Leib als ein Lösegeld für viele geben, wodurch wir leben können, und durch sein vergossenes Blut sind uns die Sünden vergeben. Beim Abendmahl erinnern wir uns daran.

Dass Jesus die Menschenmassen, die ihn umringten, einfach zu viel geworden sind, wird bestätigt, wie es danach im Kapitel 7 weitergeht. Jesu Brüder gehen nach Jerusalem zum Fest, aber Jesus selbst geht erst später, und zwar allein und inkognito, und erst als die Hälfte des Festes vorüber ist, geht er in den Tempel, um zu lehren. (7:1-14).

Johannes 10:1-22

Johannes Kapitel 10. Andere waren gekommen und hatten behauptet, der Messias oder Christus zu sein, aber sie erwiesen sich nicht als der wahre Hirte, von dem Jesus folgendes sagt: „Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie hinaus (10:3).“

Der „Türhüter“ der ersten Schafhürde war Johannes der Täufer. Als Türhüter bzw. vorhergesandter Bote „öffnete“ Johannes dem Hirten, Jesus, indem er ihn als den Hirten kenntlich machte. Die Schafe, die Jesus beim Namen ruft und herausführt, werden schließlich in eine andere Hürde geleitet: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe“, das heißt die Tür zu einer neuen Hürde. Durch Jesu Opfertod, können alle, die glauben, in den Neuen Bund aufgenommen werden. Es gibt nicht viele handschriftliche Verordnungen, Gott legt sein Gesetz in ihr Inneres und schreibt es auf ihre Herzen. Er wird ihr Gott und sie werden sein Volk (Jeremia 31:31-33).

Jesus erläutert seine Rolle noch weiter und sagt: „Ich bin die Tür; jeder, der durch mich eintritt, wird gerettet werden, und er wird ein- und ausgehen und Weide finden. ... Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Fülle haben könnten. ... Ich bin der vortreffliche Hirte, und ich kenne meine Schafe, und meine Schafe kennen mich, so wie der Vater mich kennt, und ich den Vater kenne; und ich gebe meine Seele zugunsten der Schafe hin.“

Jesus: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden eine Herde werden unter einem Hirten.“

Die „anderen Schafe, die nicht aus dieser Hürde“, sind Menschen, die nicht unter dem Gesetzesbund stehen. Durch Jesus haben alle Zugang zum Vater (Eph 2:18).
Doch obwohl die Schafe aus zwei Hürden stammen, werden sie „eine Herde unter einem Hirten“. Judenchristen und Heidenchristen vereint das Gesetz des Christus (Gal 6: 1).


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